Homeoffice und die Produktivität

Homeoffice – früher ein Luxus für Arbeitnehmer, ein Privileg für viele Selbstständige und Unternehmer, eine Abwechslung zum regulären Arbeitsalltag.
In der aktuellen Situation ist man ohne Homeoffice fast verloren. Viele Unternehmen haben Ihre Mitarbeiter spontan und kurzfristig auf Homeoffice umgestellt – einige waren auf so eine Situation noch nicht ansatzweise vorbereitet. Bedeutet für das ein oder andere Business Umsatzeinbußen – auch weil manche Aufgaben einfach nicht von zu Hause aus zu bewältigen sind .

Doch wie kann man Homeoffice, Haushalt, Kindererziehung und Partnerschaft unter einen Hut bringen? Ohne dabei die Produktivität der einzelnen Aufgaben herabzusetzen oder einen der Aspekte zu vernachlässigen? Worauf musst Du achten? Wie gestaltet man die Konstellation am besten?

Ein Patentrezept gibt es hierfür nicht. Jedoch den ein oder anderen Tipp den ich an dieser Stelle gerne mitgeben möchte.

  1. Setze Dir einen festen Wochenplan
    Es gibt Aufgaben, die sind planbar. Schreibe Dir zu Beginn der Woche einen Plan mit den anstehenden Terminen und festen Zeitblöcken für Sport, Haushalt, Austausch mit Freunden und Familie (Telefondates oder Mitbewohner) und Zeit für Dich. So kannst Du sicher sein, dass alle Aspekte berücksichtig werden und Du Dich nicht plötzlich in Arbeit verlierst oder die Arbeit ganz vergisst.
  2. Erstelle eine tägliche To Do Liste
    Beim Morgen Kaffee den Tag planen bringt Struktur in die tägliche Arbeit. Mach Dir eine Liste mit all den Dingen, die an diesem Tag auf jeden Fall erledigt werden sollen. Du kannst diese Liste auch priorisieren und Punkte dazu nehmen, die in der Woche noch erledigt werden müssen aber an dem Tag nur dann zur Geltung kommen, wenn noch Zeit übrig ist.
  3. Schaffe Dir einen Raum / Platz der nur für die Arbeit ist
    Wenn Du bereits ein eigenes Büro zu Hause hast, ist das perfekt. Andere, die in WG’s oder Einzimmerwohnungen leben, denen ist dieses Privileg oft verwehrt. Da empfiehlt es sich, einen festen Platz in der Wohnung zu suchen an den Du gehst, um Deine Arbeit zu erledigen. Das Bett ist in diesem Fall eher kontraproduktiv. Es eignen sich das Wohnzimmer, der Küchentisch oder auch bei schönem Wetter der Balkon. Dadurch kannst Du bewusst zur Arbeit ‚gehen‘, wenn Du Dich nach dem Frühstück an Deine Aufgaben setzt.
  4. Halte feste Zeiten ein
    Homeoffice bedeutet nicht, dass Du ab sofort 24/7 im Arbeitsmodus sein musst oder Deine Arbeitszeit sich ausdehnen sollte. Erstelle Dir eine Übersicht, wann willst Du anfangen zu arbeiten und wie viele Stunden am Tag? Wann sind Deine Pausen? Mit dem Wochenplan, den Du Dir zu Beginn erstellt hast, hast Du einen Leitfaden was erledigt werden muss – weise dem nun noch feste Zeiten zu.
  5. Nimm Dir bewusste Pausen
    Es gibt zwei Arten von Menschen – die Menschen, die die Pause etwas zu arg ausdehnen zu Hause weil noch zig Millionen andere Sachen einfallen die erledigt werden müssen im Haushalt, und die Personen, die die Pause ganz vergessen, weil niemand sie daran erinnert. Nutze daher Deinen Zeitplan um Dir auch die Pausenzeiten bewusst einzuhalten und zu nehmen. Das steigert zum einen im Nachgang die Produktivität, erhöht die Disziplin und stärkt das Selbstbewusstsein weil man die To Dos auch wirklich schafft.
  6. Verabrede Dich mit Deinem Partner
    Viele Beziehungen stehen aktuell unter einer neuen Challenge. Wenn beide Partner dauerhaft zu Hause sind und sich das Homeoffice mit dem Alltag vermischt, kann es zu Reibereien kommen. Wenn jedoch nur ein Partner von zu Hause aus arbeiten kann, während der andere in Kurzarbeit oder freigestellt ist, kommt es schnell zu Spannungen. Denn dann besteht die Gefahr, dass sich der Partner vernachlässigt fühlt. Vereinbart daher Zeiten, wie Mittag- oder Abendessen oder einen Filmabend, die bewusst nur für euch ist. Wie ein Date, lernt euch neu kennen und fangt an miteinander zu kommunizieren.
  7. Setze Dir Ziele
    Was willst Du erreichen ? Heute? Morgen? Diese Woche?
    Setze Dir Deine individuellen Ziele in allen Bereichen, Privatleben und Beruf. Personalisierte und angepasste Ziele, so wie kleine Zwischenziele, sind ein Motivationsfaktor der in schwierigen Momenten und an unproduktiven Tagen den eigenen Ehrgeiz weckt und Dir eine Übersicht über Deine Leistungen wahrt. Wenn Du dann noch kleine Belohnungen einbaust, macht das ganze sogar noch mehr Spaß.
  8. Kreiere neue Möglichkeiten
    Du bist festgefahren in Deiner Arbeit? Der Alltag hat Dich fest im Griff? Dir fehlt die Herausforderung?
    Probiere neue Tools aus, vernetze Dich auf Social Media Kanälen oder belege einen Online Kurs. Das Homeoffice bietet Dir die Möglichkeit Deine Zeit etwas freier zu gestalten und dadurch, dass wir aktuell auf Grund von Social Distancing etwas eingeschränkt sind, kann es eine Chance sein, Dich auf dem Gebiet weiterzubilden, dass Dich bereits so lange interessiert oder neue Personen auf XING, Linked In und Co kennen zu lernen um neue Inspiration zu sammeln.
  9. Vereinbare Treffen mit Arbeitskollegen
    Wer kennt es nicht: gemütlich aufstehen, in Ruhe frühstücken, kurz mit den Mitbewohnern reden, den PC anschalten und plötzlich ist es schon zehn Uhr?
    Verabrede Dich zu einem kurzen Check In und einer Lagebesprechung mit Deinem Arbeitskollegen – jeden Morgen zu einer festen Uhrzeit. Dann bist Du bereits am PC, in die Arbeit involviert und kannst pünktlich starten.
  10. Nutze FaceTime, Skype oder Zoom und treffe Deine Freunde
    Social Distancing und zu Hause bleiben bedeutet nicht, dass Du Deine Freunde und Familie aus den Augen verlieren sollst. Nutze diverse Kommunikationstools und verbringe Zeit mit Deinen liebsten Menschen. Ihr könnt auch vereinbaren alle Kaffee, Wein oder Essen vorbereitet zu haben – genießt die Zeit zusammen auch wenn ihr nicht am selben Ort sei, werdet kreativ.

Mir haben diese Tipps geholfen, meine Work Life Balance sogar noch etwas zu verbessern. Der feste Zeitplan und meine Ziele unterstützen mich den Fokus zu halten, während der Wochenplan und meine Pausenzeiten mich daran erinnern auch mal durchzuatmen, Sport zu machen und die alltäglichen Dinge nicht zu vergessen. Ich muss zugeben- ich habe sogar fast mehr Privatleben und Kontakt zu meinen Freunden als früher. Auch wenn aktuell eine große Umstellung ist bietet jede Krise doch auch eine Chance – die Kunst liegt darin sie für Dich zu nutzen.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg bei der Umsetzung und bleibt gesund!

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